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Rückenschmerzen und Prävention in Handwerksberufen


Veröffentlicht am 14.05.2020 in den Kategorien dasteam, Allgemein zur Übersicht

Skelett- und Muskelerkrankungen gehören zu den meist genannten Ursachen für Krankheitstage. Während Büroangestellte vor allem durch langes Sitzen Rückenprobleme bekommen, liegen die Auslöser bei handwerklich Tätigen oft in der schweren oder einseitigen körperlichen Arbeit.

Wo liegen die möglichen berufsbedingten Auslöser für Rückenschmerzen?

Auch wenn Rückenschmerzen häufig schlagartig auftreten, haben sie oft eine lange Vorgeschichte. Wenn immer die gleiche Bewegung regelmässig wiederholt  wird oder ein Körperteil sehr aktiv ist und dessen Gegenpart passiv, entstehen muskuläre Dysbalancen. Dies ist ein Ungleichgewicht durch Muskelabschwächungen oder Muskelkürzungen. Andere Auslöser für Rückenschmerzen, welche oft bei Handwerkern vorkommen, sind Bücken, Vibrationen, Kälte, Feuchtigkeit und falsches Heben oder Tragen von schweren Gegenständen.

Vibrationen, welche z.B. beim Lastwagenfahren entstehen, können zu einem Bandscheibenvorfall führen. Die Bandscheiben bestehen aus einem gallertartigem Kern, der für die Beweglichkeit der Wirbelsäule sorgt und als Stossdämpfer wirkt, sowie einem Ring aus Bindegewebe. Wenn der Kern verrutscht und den schützenden Bindegewebsring durchbricht, handelt es sich um einen Bandscheibenvorfall. Das Heben und Tragen von schweren Lasten, welches z.B. in allen Berufen der Baubranche erforderlich ist, kann speziell bei falscher Ausführung die Rückenmuskulatur überlasten und zu Schmerzen und Verspannungen führen.

Wie werden die Beschwerden behandelt?

Bei einem Bandscheibenvorfall hängt die Therapie jeweils von den Symptomen ab. In den meisten Fällen kann dem Patienten mit konservativen Therapieansätzen (z.B. Bettruhe, Wärme, Schmerzmittel etc.) geholfen werden, etwa wenn man einzig Schmerzen oder leichte Muskelschwäche verspürt. Treten hingegen klare Lähmungserscheinungen auf oder kann die Blase nicht mehr kontrolliert werden, ist in der Regel ein operativer Eingriff nötig, vor allem auch um nicht reversiblen Schäden vorzubeugen.

Auch bei Kreuzschmerzen, Zerrungen oder Nackenschmerzen führen meist konservative Therapiemethoden und physiotherapeutische Massnahmen zur Regeneration. Kann man wegen der Symptome nicht arbeiten oder lassen diese nicht nach wenigen Tagen wieder nach, ist in jedem Fall der Arzt für weitere Abklärung und die richtige Therapiemassnahme zu konsultieren.

Prävention durch richtige Haltung und Bewegungen

Um Rückenschmerzen und Schäden des Bewegungsapparates vorzubeugen, kann im privaten und beruflichen Alltag einiges getan werden. Bewegung ist das A und O. Ganz einfach kann man mit simplen Verhaltensansätzen mehr Bewegung in den Alltag bringen: Es hilft schon sich des Öfteren strecken und zwischendurch aufstehen, wenn man viel in sitzender, gebeugter oder kniender Haltung arbeiten muss. Wann immer möglich, sollte man die Treppe statt des Aufzugs nehmen und bei Kurzstrecken lieber zu Fuss gehen, statt ÖV oder Auto zu fahren.

Das Stichwort heisst „Ergodynamik“, wobei es darum geht, den Körper funktionsgerecht zu belasten. Es sollten Bewegungen gemacht werden, welche den Fähigkeiten des Rückens entsprechen: Z.B. sollte man den Rücken nicht dauerhaft abstützen sowie ständige Hebe- und Bückbewegungen weitgehend vermeiden. Durch den aktiven Wechsel von Körperhaltungen und Bewegungen, durch das Umgehen von monotonen Bewegungsabläufen und Zwangshaltungen, sowie von Ent- und Belastung können besonders auch handwerklich Tätige ihren Rücken schonen. Macht man ausserdem regelmässig Sport, so wird die gesamte Muskulatur trainiert und die Rückenmuskulatur strapazierfähiger.

Bei dasteam schulen wir unsere Temporärmitarbeitenden anfangs jeweils branchengerecht zu Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Mit zum Informationsmaterial gehört z.B. die SUVA-Broschüre «Hebe richtig – trage richtig», worin mit klaren Praxisbeispielen über die Gefahren einer falschen Hebe- und Tragetechnik aufgeklärt wird. Für zahlreiche weitere praktische Tipps zur Prävention und zum Umgang mit ergonomischen Hilfsmitteln speziell auch im handwerklichen Berufsalltag lohnt sich unbedingt ein Blick auf die Webseite der SUVA.

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